Der Schwertfeger ist ein historischer Handwerksberuf aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit. Seine Hauptaufgabe bestand darin, die von Schmieden grob vorgefertigten Klingenrohlinge zu schleifen, zu polieren, zu verzieren und die Waffe durch das Anbringen von Griff, Parierstange und Knauf fertigzustellen. Nach dem Aufkommen des reinen Klingenschmiedens teilte sich die Arbeit auf: Während der Schwertschmied den Rohling schmiedete und härtete, übernahm der Schwertfeger die Veredelung und Montage des Endprodukts.
Zu seinen Aufgaben gehörte das Nassschleifen der Klingen in Handarbeit auf großen, oft wasserkraftgetriebenen Schleifsteinen. Das anschließende Polieren, im Mittelhochdeutschen als Fegen für Reinigen oder Glätten bezeichnet, erfolgte mithilfe von Schmirgelpulver, Öl und Poliersteinen, um der Klinge ihren Glanz zu verleihen. Darüber hinaus zählten das Einarbeiten von Hohlkehlen, Ätzungen oder Gravuren, das Zusammenfügen der Waffenteile sowie häufig auch die Anfertigung passender Scheiden aus Holz und Leder samt Gehänge zum Handwerk.
Im späten Mittelalter und in der Renaissance galt der Schwertfeger als angesehener und gefragter städtischer Handwerker, bei dem Adlige, Soldaten und Bürger ihre Blankwaffen wie Schwerter, Degen oder Säbel anfertigen und pflegen ließen. Heute ist das eigenständige Berufsbild ausgestorben und findet sich allenfalls noch als Spezialisierung im historischen Reenactment, im Messermacherhandwerk oder in der traditionellen Blankwaffenfertigung wieder.

 

 

 

 

 

"aus dem Buch der Stände und Handwerker von 1568 - Bilder Jost Amman, Verse Hans Sachs"

 

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