

Der Gürtler blickt auf ein traditionsreiches, kunsthandwerkliches Erbe der Metallverarbeitung zurück, das heute offiziell im Ausbildungsberuf Metallbildner/in in der Fachrichtung Gürtler- und Metalldrücktechnik verankert ist. Zu den Kernaufgaben gehört die Bearbeitung von Buntmetallen wie Messing, Kupfer, Bronze oder Neusilber durch Verfahren wie Verformen, Treiben, Drücken, Gießen und Ziselieren. Daraus entstehen Produkte wie Leuchter, Beschläge, Zierrat, sakrales Gerät, Treppenteile, Schmuck oder Rüstungsteile. Zudem umfasst das Tätigkeitsfeld die Oberflächenveredlung durch Schleifen, Polieren und Patinieren sowie die Restaurierung historischer Gegenstände.
Seinen Namen verdankt das Handwerk dem ursprünglichen Fertigen von mit edlen Metallen verzierten Gürteln, Beschlägen und Wehrgehengen. Seit dem Mittelalter galt der Beruf als wichtiges Zulieferhandwerk für Möbel, Pferdegeschirre, Türen und Buchbeschläge. Dabei bildeten sich verschiedene Spezialisierungen heraus, die teilweise bis heute fortbestehen, darunter Korpusgürtler, Lüstergürtler und Schmuckgürtler.



"aus dem Buch der Stände und Handwerker von 1568 - Bilder Jost Amman, Verse Hans Sachs"